Wie sich das Weihnachtsfest im Laufe der Zeit verändert hat, zeigt auch das bekannte Kinderweihnachtslied Morgen, Kinder, wird's was geben. Es stammt in etwa aus derselben Zeit, wie Schleiermachers "Weihnachtsfeier", von der gestern die Rede war.
Morgen, Kinder, wird’s was geben,
Morgen werden wir uns freun;
Welch ein Jubel, welch ein Leben
Wird in unserm Hause sein!
Einmal werden wir noch wach,
Heißa, dann ist Weihnachtstag!Wie wird dann die Stube glänzen
Von der großen Lichterzahl,
Schöner als bei frohen Tänzen
Ein geputzter Kronensaal!
Wißt ihr noch vom vorgen Jahr,
Wie’s am Weihnachtsabend war?Wißt ihr noch mein Reiterpferdchen,
Malchens nette Schäferin?
Jettchens Küche mit dem Herdchen
Und dem blank geputzten Zinn?
Heinrichs bunten Harlekin
Mit der gelben Violin?Wißt ihr noch den großen Wagen
und die schöne Jagd von Blei?
Unsre Kleiderchen zum Tragen
Und die viele Näscherei?
Meinen fleißgen Sägemann
mit der Kugel untendran?Welch ein schöner Tag ist morgen,
Viele Freuden hoffen wir!
Unsre lieben Eltern sorgen
Lange, lange schon dafür.
O gewiß, wer sie nicht ehrt,
Ist der ganzen Lust nicht wert!
Für mich gehört es mit zu den vielen Liedern, dich ich als Kind auswendig gelernt habe. Obwohl es ein Kinderlied ist, war für mich vieles auch an diesem Lied nicht ohne weiteres verständlich. Das zeigt, wie anders Weihnachten und überhaupt unsere Lebenswelt vor rund 40 Jahren war.
"Ein geputzter Kronensaal" – darunter konnte ich mir wenig vorstellen. Auf jeden Fall musste es ein großer, heller Raum sein, anders als unsere kleine, enge Weihnachtsstube. Das Lied ist also eher im großbürgerlichen Milieu eines vergangenen Jahrhunderts zu Hause. Und wahrscheinlich ist es immer schon eine Minderheit gewesen, die Weihnachten so erlebt hat.
Kurios mutete auch die Aufzählung der Geschenke an: Das "Reiterpferdchen" war noch am ehesten vorstellbar. Was eine "schöne Jagd von Blei" sein mochte, blieb mir lange schleierhaft. Denn Spielzeug aus Zinn oder Blei, das gab es zu meiner Zeit nicht mehr. Immerhin, "Kleiderchen zum Tragen und die viele Näscherei", das kannte ich auch. – Wobei für mich Kleidung nie so was Tolles war. Wenn ich was anzuziehen brauchte, bekam ich es auch so. Und Näscherei war zwar nett, aber auch sehr vergänglich. Ich bevorzugte eindeutig Spielzeug. Dazu gehörte im Lied sicher auch der "fleiß'ge Sägemann mit der Kugel unten dran". Das klang lustig, vorstellen konnte ich mir das auch nicht so richtig. Wahrscheinlich muss man sich darunter eine Spielfigur vorstellen, die sich mittels einer schweren Schwungmasse, der "Kugel unten dran", hin- und herbewegte und so die Sägebewegung ausführte. Naja, auf die Dauer auch eher langweilig ... Unser Spielzeug und dann erst das Spielzeug unsrer Kinder war auf jeden Fall aufregender.
Am Ende lief alles auf den erhobenen Zeigefinger hinaus: "Unsre lieben Eltern sorgen, lange, lange schon dafür. / O gewiss, wer sie nicht ehrt, ist der ganzen Lust nicht wert." – Wie wir erzogen worden sind, war das für uns sehr einsichtig. Heute sehe ich das etwas anders: Die Weihnachtsfreude und die Liebe, die wir empfangen, sind bedingungslos. So ist das jedenfalls bei Gott. Er ist nicht nur zu denen gekommen, die ihn verehrt haben, sondern zu denen, die ihn nicht gekannt und ihn abgelehnt haben.
Unsere Gemeindepädagogin, Mandy Trompelt, schrieb vor ein paar Tagen ein schönes, passendes Erlebnis dazu:
Gestern beim Eisbaden: Zu mir kommt kein Weihnachtsmann, ich bin sowieso nicht brav gewesen. Ich antwortete darauf (ehrlicherweise der Heilige Geist durch mich): Da bin ich besser dran, zu mir kommt das Christkind und das kommt gerade weil ich nicht brav bin und bringt mir deshalb das größte Geschenk: Ich darf in den Himmel kommen.
Weihnachten, wie wir es feiern, ist noch nicht so alt. Adventskranz, Lichterbaum und geschmückte Stuben, das festliche Beieinander im Kreise der Familie, all das entstammt der Bürgerlichkeit des 19. Jahrhunderts.
Am Anfang jenes Jahrhunderts schrieb der große Theologe, Philosoph und Romantiker Friedrich Schleiermacher ein kleines Büchlein unter dem Namen "Die Weihnachtsfeier". Dieses Büchlein lässt uns gewissermaßen einen Blick in die Entstehung des bürgerlichen Weihnachtsfestes tun. Wobei Schleiermacher freilich nicht erzählt, wie es damals wirklich war, sondern er entwirft ein Ideal, wie er sich ein Weihnachtsfest im Kreise von gebildeten Freunden vorstellt.
Was wir da antreffen, ist eine gehobene Stimmung, Weihnachtsschmuck, wobei ihm ganz offensichtlich auch so etwas wie ein erzgebirgischer Weihnachtsberg mit vielen bewegten Szenen vor Augen stand, ein Kind, Sophie, das Geschenke empfängt, und die Erwachsenen mit Klavierspiel erfreut, und dann diese Erwachsenen selber, drei Ehepaare.
Das Büchlein hat kaum eine Handlung. Im Mittelpunkt stehen geistreiche Überlegungen und Gespräche. Und offensichtlich gehört auch das zu Schleiermachers Ideal: Die Gespräche sind kein ungeordnetes Drauflosreden, sondern man kommt überein, das Weihnachtsfest, seine Form und seinen Inhalt von verschiedenen Gesichtspunkten her in einzelnen Reden zu betrachten. Die Männer stellen dabei verschiedene, teils auch skeptische Überlegungen zur Bedeutung des Festes an. Schleiermacher verpackt darin bestimmte theologische Standpunkte, die für ihn später noch wichtig werden. Die Frauen erzählen aus ihren Erinnerungen. Und gerade darin schwingt ganz stark das romantische Verständnis der Religion mit, das Schleiermacher sechs Jahre zuvor in seinen berühmten Reden über die Religion formuliert hatte: Religion ist Sinn und Geschmack fürs Unendliche, ist Anschauung und Gefühl.
Am berührendsten ist ihm dabei wohl die Erzählung Ernestines geraten, die ich heute hier zitieren möchte:
Zu Hause waren dem fröhlichen Feste allerlei trübselige Umstände vorhergegangen, die sich nur kurz zuvor ziemlich glücklich aufgelöset hatten. Es war daher weniger und bei weitem nicht mit so viel Liebe und Fleiß als gewöhnlich für die Freude der Kinder gesorgt worden. Dies war eine günstige Veranlassung, um einen Wunsch zu befriedigen, den ich schon ein Jahr früher, aber vergeblich geäußert hatte. Damals nämlich wurden noch in den späten Abendstunden die sogenannten Christmetten gehalten und bis gegen Mitternacht unter abwechselnden Gesängen und Reden vor einer unsteten und nicht eben andächtigen Versammlung fortgesetzt. Nach einigen Bedenklichkeiten durfte ich wohlbegleitet mit dem Kammermädchen der Mutter zur Kirche fahren. Ich weiß mich nicht leicht einer so gelinden Witterung um diese Zeit zu erinnern als damals. Der Himmel war klar und doch der Abend fast lau. In der Gegend des fast schon verlöschenden Christmarktes trieben sich große Scharen von Knaben umher mit den letzten Pfeifen, Piepvögeln und Schnurren, die um einen wohlfeilen Preis losgeschlagen wurden, und liefen lärmend auf den Wegen zu den verschiedenen Kirchen hin und her. Erst ganz in der Nähe vernahm man die Orgel und wenige unordentlich begleitende Stimmen von Kindern und Alten. Ohneracht eines ziemlichen Aufwandes von Lampen und Kerzen, wollten doch die dunklen, altersgrauen Pfeiler und Wände nicht hell werden, und ich konnte nur mit Mühe einzelne Gestalten herausfinden, die nichts Erfreuliches hatten. Noch weniger konnte mir der Geistliche mit seiner quäkenden Stimme einige Teilnahme einflößen; und ich wollte eben ganz unbefriedigt meine Begleiterin bitten zurückzukehren und sah mich nur noch einmal überall um. Da erblickte ich in einem offenen Stuhl, unter einem schönen alten Monument, eine Frau mit einem kleinen Kinde auf dem Schoß. Sie schien des Predigers, des Gesanges und alles um sie her wenig zu achten, sondern nur in ihren eigenen Gedanken tief versenkt zu sein, und ihre Augen waren unverwandt auf das Kind gerichtet. Es zog mich unwiderstehlich zu ihr, und meine Begleiterin mußte mich hinführen. Hier hatte ich nun auf einmal das Heiligtum gefunden, das ich so lange vergeblich gesucht. Ich stand vor der edelsten Bildung, die ich je gesehn. Einfach gekleidet war die Frau, ihr vornehmer, großer Anstand machte den offnen Stuhl zu einer verschlossenen Kapelle; niemand hielt sich in der Nähe und dennoch schien sie auch mich nicht zu bemerken, da ich dicht vor ihr stand. Ihre Miene schien mir bald lächelnd, bald schwermütig, ihr Atem bald freudig zitternd, bald frohe Seufzer schwer unterdrückend, aber das Bleibende von dem allem war freundliche Ruhe, liebende Andacht, und herrlich strahlte diese aus dem großen schwarzen, niedergesenkten Auge, das mir die Wimpern ganz verdeckt hätten, wenn ich etwas größer gewesen wäre. So schien mir auch das Kind ungemein lieblich, es regte sich lebendig, aber still und schien mir in einem halb unbewußten Gespräch von Liebe und Sehnsucht mit der Mutter begriffen. Nun hatte ich lebendige Gestalten zu den schönen Bildern von Maria und dem Kinde; und ich vertiefte mich so in diese Phantasie, daß ich halb unwillkürlich das Gewand der Frau an mich zog und sie mit bewegter, sehr bittender Stimme fragte: "Darf ich wohl dem lieblichen Kinde etwas schenken?" Und so leerte ich auch schon einige Händchen voll Näschereien, die ich zum Trost in aller etwaigen Not mitgenommen, auf seine Bedeckungen aus; die Frau sah mich einen Augenblick starr an, zog mich dann freundlich zu sich, küßte meine Stirn und sprach: "O ja, liebe Kleine, heute gibt ja jedermann, und alles um eines Kindes willen." Ich küßte ihre um meinen Hals gelegte Hand und ein ausgestrecktes Händchen des Kleinen und wollte schnell gehn, da sagte sie: "Warte, ich will dir auch etwas schenken; vielleicht kenne ich dich daran wieder." Sie suchte umher und zog aus ihren Haaren eine goldene Nadel mit einem grünen Stein, die sie an meinem Mantel befestigte. Ich küßte noch einmal ihr Gewand und verließ schnell die Kirche mit einem vollen, über alles seligen Gefühl.
1995 habe ich mir in einem rumänischen Kloster diese Ikone gekauft:
Das ist zwar Handarbeit, aber natürlich werden solche Bilder in Serie gefertigt. Trotzdem, es ist eine echte Ikone, ein Bild, das der Verehrung der Gottesmutter Maria und vor allem ihres Sohnes Jesus Christus dient. Damals habe ich mich in besonderer Weise mit orthodoxer Theologie und Liturgie beschäftigt und ich habe mich besonders mit der Bedeutung Marias für den Glauben beschäftigt. Darum habe ich mich auch unheimlich gefreut, diese Ikone für einen erschwinglichen Preis erstehen zu können.
Sie hängt seitdem über meinem Schreibtisch, wo auch immer dieser Schreibtisch seither gestanden hat: in Halle, Glauchau, Marienberg, Augustusburg; sie wird auch in Chayofa, unserem künftigen Wohnort, ihren Platz finden.
Sie erinnert mich daran, was die Mitte meines Glaubens ist: die Menschwerdung Gottes. Gott wurde Mensch, damit wir vergöttlicht werden, hat der Kirchenvater Athanasius formuliert.
Die Darstellungsweise von Maria und Jesus hat sich in der ostkirchlichen Ikonenmalerei seit dem 1. Jahrtausend kaum verändert. Es ist keine naturalistische Darstellung, sondern eine geistliche Bildsprache.
Die Gottesmutter Maria wird immer gemeinsam mit ihrem Sohn dargestellt. Sie ist um seinetwillen da, sie wird um seinetwillen verehrt, nicht um ihrer selbst willen. Sie weist selber mit ihrer Hand auf Ihn hin, während Er neben ihr thront und sie und uns als Betrachter segnet.
Für ostkirchliche Ikonen gehört es sich, dass die dargestellten Personen bezeichnet werden. Meist geschieht das mit griechischen oder kyrillischen Buchstabenkürzeln.
Über Maria steht ΜΡ ΘΥ – die Abkürzung für Μήτηρ Θεοῡ = Mutter Gottes. Die Bezeichnung Marias als Gottesmutter wirkt für uns Evangelische befremdlich. Tatsächlich war das in der Kirchengeschichte einmal ein ganz großer Streitpunkt: Darf Maria Gottesgebärerin genannt werden? – Die Antwort des III. Ökumenischen Konzils 431 in Ephesus hieß: Ja. Weil Jesus Christus wahrer Mensch und wahrer Gott ist – wir denken an das Weihnachtslied, wo es auch heißt: wahr Mensch und wahrer Gott –, darum ist Maria auch Gottesgebärerin bzw. Mutter Gottes. Bei diesem Streit ging es letztlich gar nicht um Maria, es ging um Jesus Christus. Der Ehrentitel für Maria leitet sich allein von ihrem Sohn ab.
Über Jesus steht ІС ХϹ für Jesus Christus (interessant übrigens der Übergang von der griechischen zur kyrillischen Schreibweise des Buchstaben Σ). Besonders bedeutsam aber ist, dass in der Aureole Jesu das griechische ὁ ὦν steht. Es bedeutet der Seiende und ist die griechische Übertragung des hebräischen Gottesnamens יהוה (Jahwe) nach Exodus (2. Mose) 3, wo Gott sich mit den Worten: Ich werde sein, der ich sein werde vorstellt. Die Griechen haben das im Sinne ihrer philosophischen Tradition als das ewige Sein verstanden. Aber Gott ist eben nicht das Seiende (το ὦν), sondern der Seiende (ὁ ὦν), also Subjekt, Person, Gegenüber des Menschen. Dieser ewig seiende Gott wird nun Mensch in Jesus Christus. Er ist wahrer Gott, einer aus der Heiligen Dreifaltigkeit, wie die orthodoxe Liturgie es ausdrückt.
Maria, die Mutter Jesu, die Mutter Gottes, führt uns zur Geheimnis der Weihnacht. Es ist das Geheimnis der Menschwerdung Gottes: Hier wird nicht irgendein Kindchen geboren, hier kommt Gott zur Welt.
Darf man eine Frau mit einem Schiff vergleichen? Oder kommen da nur schräge Bilder heraus: eine dickbauchige Kogge, ein träger Lastkahn, eine aufgetakelte Fregatte, ein Vergnügungsdampfer?
Eines der schönsten, innigsten und geheimnisvollsten Adventslieder vergleicht eine Frau mit einem Schiff: Es kommt ein Schiff, geladen (EG 8) singt, ohne dass der Name fällt, von Maria, der Mutter Jesu:
Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein' höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.
Es ist auch eines der Lieder, die ich als Kind nicht verstanden habe. Außer der ersten Zeile der vierten Strophe:
Zu Bethlehem geboren im Stall ein Kindelein
Wie es dazu kam und was das bewirkt, davon singt dieses Lied.
Die Mutter Jesu, Maria, ist das Transportmittel, das Vehikel Gottes, um seinen Sohn auf die Erde zu bringen. Gott setzt über vom Himmel zur Erde, vom Jenseits zum Diesseits und er gebraucht dazu einen Menschen, eine Frau, die – ganz gewöhnlich und alltäglich – Mutter wird.
Ein Schiff ist nur ein Transportmittel. Es ist für die Fracht da; nicht umgekehrt.
So ist es auch mit Maria. Im Advent, insbesondere am 4. Advent, und zu Weihnachten tritt sie besonders in den Blick. Und doch feiern wir nicht die Mutter, sondern den Sohn. Christus ist geboren. Maria durfte mitwirken in Gottes großer Rettungsaktion.
Damit ist sie Vorbild für uns Christen:
Das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.
Den Heiligen Geist und die Liebe als Antrieb, die brauchen wir, wie Maria. Dann kann Gott auch uns gebrauchen, als Transportmittel, um sein Wort in die Welt zu bringen.
Ich habe immer die christliche Schiffssymbolik (Logo der Evangelischen Verlagsanstalt, "Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt" ...) mit diesem Lied in Verbindung gebracht. Und es stimmt ja auch: Maria ist auch ein Symbol für die Kirche: Wir tragen Christus, Gottes Wort in die Welt.
Ein bisschen mehr über Maria gibt's morgen: Im Adventskalender und in der Predigt in Hohenfichte.
Dieser Tage erhielt ich ein Schreiben der Hilfsorganisation Open Doors, die sich für verfolgte Christen einsetzt. Darin hieß es u.a.:
Als ich vor einigen Tagen die Gefangenenliste für unsere Gebetszeit aufschlug, fragte ich mich, was es für unsere Geschwister in den Gefängnissen bedeuten muss, Weihnachten in Gefangenschaft zu erleben. Würden diejenigen, die bis zu 25 Jahren Haft in einer dunklen Zelle veurteilt wurden, überhaupt wissen, wann Heiligabend ist?
Einer, der Weihnachten im Gefängnis verbringen musste, Dietrich Bonhoeffer, hat im Advent 1943 an seine Verlobte die folgenden Worte geschrieben:
Ich glaube, wir gehen einem besonders schönen Weihnachten entgegen. Gerade weil sich alles äußere Sorgen diesmal von selbst verbietet, wird es sich herausstellen, ob wir am Wesentlichen allein genug haben. Ich habe früher furchtbar gern Geschenke bedacht und besorgt; aber wo wir nun nichts mehr zu schenken haben, strahlt das Geschenk, das Gott uns in der Geburt Christi gemacht hat, umso heller; je leerer unsere Hände sind, desto besser erkennen wir, was Luther mit seinem letzten Wort vor seinem Tod gemeint hat: 'wir sind Bettler, das ist wahr'; je dürftiger unsere Beherbergung ist, desto besser verstehen wir, daß unser Herz Christi Herberge auf Erden sein soll. So wollen wir ohne jede Verzagtheit, viel mehr mit voller Zuversicht diesem Weihnachtsfest entgegengehen.
Braucht es für den Blick auf das Wesentliche wirklich so schwere Zeiten?